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07.01.2005 10:29
Best of Praxis: Windows intern
Best of Praxis: Windows intern
Systemstart und Empfang in der Lobby. „Willkommen“ heißt es an der Rezeption, und wir erhalten den Schlüssel. Der Liftboy wartet im Aufzug: „Welche Etage?“ Ganz runter, in den Keller.

Unsere kurze Fahrt führt dorthin, wo Abwasserrohre, Lüftungsschächte und elektrische Leitungen offen liegen. Kein zuvorkommendes Personal mehr weit und breit, graue Wände statt Designer-Tapete. Jede Menge technisches Inventar und sparsame Neonbeleuchtung.

Wir lassen also die bunten Menüs hinter uns und wenden uns der Befehlszeile zu – der Schaltzentrale, die Kommandos zeilenweise entgegennimmt und abarbeitet. Wir zeigen, dass die Eingabeaufforderung (Windows NT 4, 2000 und XP: Cmd.EXE, Windows 98/ME: Command.COM) zu Unrecht ein Schattendasein unter Windows fristet. Gerade bei 2000 und XP ist sie kein Relikt aus DOS-Zeiten, sondern ein mächtiges Werkzeug. Immer dann, wenn Sie auf der grafischen Oberfläche nicht weiterkommen, bietet die Kommandozeile Zugriff auf Kniffe und Zusatzfunktionen.

Die Befehlszeilen funktionieren in der Eingabeaufforderung und auch im Dialog „Start, Ausführen“, der eine Abkürzung darstellt. Bei Befehlen, die ihren Text ausschließlich auf der Kommandozeile ausgeben, ist die Eingabeaufforderung aber die eindeutig bessere Wahl, denn beim Ausführen- Dialog schließt sich das Ausgabefenster sofort wieder.

Um alle Kommandos und Methoden kennen zu lernen, müssen Sie etwas Zeit investieren. Doch der Aufwand lohnt sich: Mit den versteckten Funktionen holen Sie mehr aus Ihrem System heraus, als Microsoft in vorgefertigten Menüs bietet. Und selbst wenn es einen grafischen Weg gibt: Oft kommen Sie mit ein paar eingetippten Befehlen oder selbst erstellten Batchdateien schneller ans Ziel.

Auf den nächsten Seiten stellen wir eine Auswahl an nützlichen, dennoch kaum bekannten Dienstprogrammen vor, die unter der Windows-Oberfläche – zumeist im Ordner System32 – schlummern. Zu jedem Utility zeigt ein Beispiel aus der Praxis, wie Sie es einsetzen und damit lästige Probleme meistern.

1. Systeminfo.EXE: Informationszentrale auf der Befehlszeile

Aufgedeckt: Das Windows-Tool Systeminfo.EXE ( Windows 2000, XP) ist das Schweizer Taschenmesser unter den mitgelieferten Diagnoseprogrammen, allerdings weitgehend unbekannt. In einem Fenster der Eingabeaufforderung geben Sie einfach den Programmaufruf ein, und schon erhalten Sie einen Überblick über System-, Hardware und Netzwerkinformationen.

Das haben Sie davon: Das Kommandozeilen-Tool eignet sich bestens für die schnelle Abfrage von Infos, die Sie sonst nirgends klar lesbar finden – zum Beispiel das „Ursprüngliche Installationsdatum“, welches das Alter der vorliegenden Windows-Installation angibt. Sie möchten wissen, wie lange Windows seit dem letzten Start läuft? Die „Systembetriebszeit“ verrät es Ihnen auf die Sekunde genau.

Wenn Sie nur an einzelnen Infos interessiert sind, können Sie die Ausgabe von Systeminfo.EXE mit „find“ filtern. Um also nur die Betriebszeit zu sehen, geben Sie in der Eingabeaufforderung das Kommando

systeminfo.exe |find "Systembetriebszeit"

ein und erhalten die Laufzeit auf dem Silbertablett serviert. Bei häufig benötigten Abfragen ist es sinnvoll, eine Batchdatei mit dem Befehl zu erstellen.

2. Openfiles.EXE: Zurzeit geöffnete Dateien ermitteln

Aufgedeckt: Mit dem Kommandozeilen-Programm Openfiles.EXE ( Windows XP Pro) überwachen Sie, welcher Benutzer oder welches Programm derzeit welche Dateien geöffnet hat. Wer Administratorrechte besitzt, kann damit sogar manuell eingreifen und eine Datei ohne Rückfrage schließen. Das Tool lässt sich im Netzwerk und lokal einsetzen.

Das haben Sie davon: Ohne Parameter aufgerufen, zeigt Ihnen Openfiles.EXE alle Dateien in von Ihnen freigegebenen Ordnern an, die andere Netzwerkbenutzer derzeit geöffnet haben. Vor jeder Datei stehen eine Kennung (ID) und der Name des Benutzers. Diese Angaben sind notwendig, um die geöffneten Dateien eindeutig zuordnen zu können: Greifen zwei Benutzer gleichzeitig auf eine Datei zu, zeigt Openfiles diese Datei unter zwei unterschiedlichen ID-Kennungen entsprechend zwei Mal an.

Im Windows-Netzwerk können Sie so nachsehen, ob gerade jemand auf eine Datei auf Ihrer Platte zugreift, und dann mit dem Herunterfahren Ihres PCs noch ein wenig warten. Umgekehrt können Sie mit

openfiles /disconnect /id <id>

die Datei zwangsschließen – Administratorrechte vorausgesetzt. Für <id> tragen Sie die Kennung ein, die Ihnen Openfiles mitgeteilt hat. Mit

openfiles /disconnect /a <user>

schließen Sie in einem Rutsch alle Dateien, die unter der Benutzerkennung <user> geöffnet wurden. Um das Programm lokal zu verwenden, geben Sie den Befehl

openfiles /local on

ein und starten den PC neu. Nun zeigt Openfiles an, welches Programm welche Dateien auf Ihrem Rechner geöffnet hat. Nützlich ist das etwa, wenn Windows Ihnen nicht gestatten will, einen Wechseldatenträger oder USB-Stick ordnungsgemäß zu entfernen. Die betreffende Fehlermeldung verrät aber nur, dass noch eine Anwendung darauf zugreift. Welche das genau ist, erfahren Sie etwa für das Laufwerk Z: mit

openfiles |find /i "z:"

Hat Ihr Wechseldatenträger einen anderen Laufwerksbuchstaben, müssen Sie diesen entsprechend anpassen. Nachdem Sie die zugreifende Anwendung beendet haben, können Sie den Datenträger entfernen.

3. Mountvol.EXE: Datenträger ein- und aushängen

Aufgedeckt: Windows 2000 und XP können für ihre Datenträger beliebige Laufwerksbuchstaben benutzen. Anders als unter Windows 98 und ME ist die Reihenfolge nicht mehr durch die Reihenfolge der Laufwerke im Bios bestimmt. Eine Ausnahme bildet lediglich die Bootpartition – und das ist normalerweise C:.

Über die Datenträgerverwaltung können Sie die Buchstabenzuweisung konfigurieren: Wählen Sie im Kontextmenü der Partition „Laufwerksbuchstaben und -pfade ändern“. Im folgenden Dialog sehen Sie bereits vorhandene Zuweisungen. Über den Button „Hinzufügen“ mounten Sie das Laufwerk zu einem freien Laufwerksbuchstaben oder in einen leeren Ordner Ihrer Wahl. Solche Aktionen können Sie auch in der Eingabeaufforderung mit dem Programm Mountvol.EXE ( Windows 2000, XP) durchführen und damit automatisieren.

Das haben Sie davon: Wenn Sie Mountvol ohne Parameter aufrufen, sehen Sie eine kurze Bedienungsanleitung und eine Liste der Datenträger-Zuordnungen. Sie sehen hier, dass alle Partitionen und Datenträger im System durch eine hexadezimale Zeichenkette in der Form „\\?\Volume {90f41c30-43f3-11d7-ae5c-806d6172696f}\“ codiert sind – die Zahlen und Buchstaben variieren dabei. Der Lohn der Mühe, diese Zeichenfolge einzutippen: Sie haben mehr Freiheiten als in der Datenträgerverwaltung. So können Sie etwa mit den zwei Zeilen

mountvol c:\diskette \\?\volume {...}

mountvol a:\ /d

das Diskettenlaufwerk künftig unter dem „Bereitstellungspunkt“ C:\Diskette statt unter A: ansprechen. Statt der drei Punkte verwenden Sie den Wert, den Ihnen Mountvol vorher für A: angezeigt hat. Mit dem Parameter /d heben Sie eine bereits vorhandene Zuweisung ersatzlos auf. Das funktioniert auch mit Datenträgern oder Partitionen, für die das die GUI nicht gestattet.

Achtung: Heben Sie nie die Zuordnung Ihrer Systempartition auf, sonst müssen Sie Ihr Windows neu installieren.

4. Fsutil.EXE: Das Dateisystem NTFS tunen

Aufgedeckt: Das Dateisystem NTFS bietet eine Fülle an Funktionen und Einstellungen. Microsoft präsentiert Ihnen in den grafischen Konfigurationswerkzeugen nur einen winzigen Teil davon. Ein besseres Tool für die Detailkonfiguration von NTFS gibt es mit Fsutil.EXE (Windows XP).

Das haben Sie davon: Die NTFS-Einstellungen kann Fsutil.EXE mit dem Parameter „behavior“ sowohl abfragen als auch set- XP zen. Ein Anwendungsbeispiel: Unter NTFS wird beim Auflisten von Verzeichnissen im Windows-Explorer die Zeit des letzten Zugriffs auf die enthaltenen Dateien aktualisiert. Wenn Sie diesen Wert nicht benötigen, können Sie die Aktualisierung einfach abschalten und so Dateizugriffe beschleunigen. Mit

fsutil behavior query disab lelastaccess

fragen Sie ab, welche Einstellung zurzeit aktiv ist. Falls das Ergebnis „0“ lautet, geben Sie Folgendes ein:

fsutil behavior set disablelast access 1

Nach dem nächsten Neustart ist die Aktualisierung abgeschaltet. Wenn Sie sich jetzt im Explorer die Eigenschaften einer Datei ansehen, stimmt die letzte Zugriffszeit natürlich nicht mehr.

Mit dem Schalter „dirty“ können Sie veranlassen, dass Windows eine Festplatte als fehlerhaft markiert, und so einen ausführlichen Plattentest erzwingen. Fragen Sie erst mit „fsutil dirty query c:“ den Status für das Laufwerk C: ab. Mit folgendem Befehl

fsutil dirty set c:

markieren Sie C: als fehlerhaft. Beim nächsten Start prüft „chkdsk“ dann Ihr Speichermedium.

Interessant ist der Befehl „fsutil hardlink create“. Damit erstellen Sie eine Datei, die lediglich auf eine andere verweist, ähnlich wie eine Verknüpfung auf dem Desktop. Das ist praktisch, wenn eine Datei aus logischen Gründen in mehreren Ordnern vertreten sein, aber nicht mehrfach Platz beanspruchen soll. Mit der Zeile

fsutil hardlink create c:\text2.txt c:\text1.txt

erstellen Sie C:\Text2.TXT als Doppelgänger von C:\Text1.TXT. Die Datei belegt zwar nur einmal Plattenplatz, existiert aber unter zwei Namen. Unter welchem Namen Sie die Datei jetzt zum Beispiel in einer geeigneten Anwendung, etwa einem Editor öffnen, ist egal, alle Änderungen betreffen immer beide gleichzeitig.

Zwei Unterschiede gibt es zur üblichen Verknüpfung:

1. Hardlinks existieren auf Dateisystem-Ebene. Dagegen verweist eine Verknüpfung nur im Explorer auf die verlinkte Datei. Hardlinks funktionieren daher auch, wenn Sie einen der Doppelgänger verschoben haben.

2. Beide Dateinamen stehen gleichberechtigt für dieselbe Datei, C:\Text1.TXT verweist auf C:\Text2.TXT und umgekehrt. Wenn Sie eine der Dateien löschen, ist nur die entsprechende Verknüpfung eliminiert. Das gilt auch, wenn Sie die Datei entfernen, die zuerst da war. Den Inhalt finden Sie immer noch in der zweiten Datei. Um eine per Fsutil.EXE angelegte Datei endgültig los zu sein, müssen Sie alle Namen löschen, die Sie in den Hardlinks angegeben haben.

5. Assoc.EXE und Ftype.EXE: Dateitypen verwalten

Aufgedeckt: Welche Dateitypen den Anwendungen zugeordnet sind, können Sie unter Windows 2000 und XP mit Assoc.EXE und Ftype.EXE verwalten. Damit haben Sie eine Alternative zu den üblichen Wegen, die entweder über Einträge in der Registry oder über „Systemsteuerung, Ordneroptionen, Dateitypen“ führen. In diesem Dialog ändern Sie die benutzerspezifischen Dateizuordnungen. Mit den beiden Tools dagegen passen Sie sie gleich für das ganze System an. Festgelegt sind die Zuordnungen in der Registry unter dem Schlüssel „Hkey_ Classes_Root“.

Das haben Sie davon: Mit Assoc können Sie anzeigen und festlegen, welche Datei-Endungen welchen Dateitypen zugeordnet sind. Dagegen verwalten Sie mit Ftype, mit welcher Anwendung ein Dateityp beim Doppelklick geöffnet wird.

Ein Anwendungsbeispiel: Seit Sie Mozilla installiert haben, öffnet Windows alle JPG-Bilder in diesem Browser statt wie vorher mit Irfan View. Der Befehl „assoc .jpeg“ gibt als Ergebnis „.jpg=MozillaJPEG“ aus. Windows führt also die Datei-Endung JPG intern als Dateityp „MozillaJPEG“. Sie haben nun zwei Möglichkeiten, um wieder Irfan View ins Spiel zu bringen: Sie weisen 2000, XP Windows mit Ftype an, den Dateityp „MozillaJPEG“ von nun ab mit Irfan View zu öffnen:

ftype MozillaJPEG= "C:\Programme\IrfanView\ I_VIEW32. EXE" "%1"

Eleganter ist es, gleich alle JPG-Dateien wieder als Dateityp „IrfanView.JPG“ festzulegen. Mit

assoc |find /i "irfan"

finden Sie heraus, dass es einen Dateityp „IrfanView. jpg“ gibt. Den ordnen Sie der Endung JPG mit dem Befehl

assoc .jpg=IrfanView.JPG

wieder zu. Ist das Doppelklickverhalten danach noch immer gleich, gehen Sie in „Systemsteuerung, Ordneroptionen, Dateitypen“. Hier stehen die Änderungen, die Sie als Benutzer vorgenommen haben. Wählen Sie die betreffende Datei-Endung aus, und klicken Sie auf „Wiederherstellen“. Damit sind die benutzerdefinierten Zuordnungen gelöscht, und es gelten wieder die systemweiten.

Ihre volle Stärke entfalten die Kommandozeilen-Tools, wenn Sie die Zuordnungen vor der Installation neuer Anwendungen regelmäßig in Textdateien sichern. Mit

assoc > Dateitypen.txt

ftype > Programmverknüpfungen.txt

exportieren Sie sämtliche Zuordnungen in die angegebenen Textdateien. Bringt eine Installation diese durcheinander, stellen Sie sie im Handumdrehen mit

assoc /r Dateitypen.txt

ftype /r Programmverknüpfungen.txt

wieder her (/r steht für restore). Der Clou: Beim Wiederherstellen bleiben eventuell neu hinzugekommene Dateitypen und deren Zuordnungen erhalten. Denn was vor der Sicherung noch nicht vorhanden war, ist in der Datei nicht enthalten.

6. Fc.EXE: Gut, dass wir verglichen haben

Aufgedeckt: Zwei Dateien können Sie unter Windows nur über die Kommandozeile vergleichen – ein grafisches Tool gehört nicht zum Funktionsumfang. Mit Fc.EXE (Windows 98, ME, 2000, XP) können Sie sich die Unterschiede zwischen den zwei ähnlichen Dateien Text1.TXT und Text2.TXT in verschiedenen Darstellungen anzeigen lassen.

Fc eignet sich gut zum Vergleichen großer und unübersichtlicher Textdateien. Wenn Sie zum Beispiel einen längeren Text oder den Quellcode eines Scripts zum Überarbeiten an einen Kollegen weitergeben, vergleichen Sie die überarbeitete Version mit Ihrem Original, um schnell einen Überblick über die Veränderungen zu erhalten.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist der Vergleich von Binärdateien. Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, wo sich ein Dateivirus eingetragen hat, vergleichen Sie die infizierte Datei mit einer sauberen Fassung aus Ihrem Backup. Auf ähnliche Weise ermitteln Sie, wo DOC-Dateien den Besitzernamen oder XLS-Tabellen Makros ablegen.

Das haben Sie davon: Um beispielsweise zwei ähnliche Textdateien zu vergleichen und das Ergebnis in einer weiteren Textdatei zu erhalten, geben Sie

fc Text1.txt Text2.txt > Ergebnis.txt

ein. Die Ausgabe listet die einzelnen Abweichungen zeilenweise auf, jeweils mit den unterschiedlichen Einträgen in den Dateien.

Wenn Sie Fc.EXE auf zwei unterschiedliche große Dateien loslassen, zeigt das Tool eine hilfreiche Eigenintelligenz. Sollten sich die zwei Dateien nur um einige zusätzlich eingefügte Zeilen unterscheiden, erkennt Fc.EXE trotzdem die Ähnlichkeiten. Wenn die Dateien danach wieder übereinstimmen, zeigt Fc die zusätzlichen Zeilen an und vergleicht die Dateien erneut miteinander. Dieses Synchronisieren erledigt der interne Algorithmus, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.

Falls Sie es nicht mit Textdateien zu tun haben, sondern mit EXE-, COM- oder DOC-Binärdateien, dann verwenden Sie den Binärvergleich per Schalter /b. Geben Sie ihn nach einem Leerzeichen hinter Fc.EXE an. Hier sieht die Ausgabe anders aus als bei Textdateien: Sie erhalten die genaue Stelle für jedes unterschiedliche Byte in hexadezimaler Form. Auch die Inhalte zweier Ordner, die Dateien mit gleichen Namen enthalten, vergleichen Sie mit Fc:

fc <Ordner1>\*.* <Ordner2>\*.* > Ergebnis.txt

Dabei nimmt sich Fc.EXE automatisch jeweils zwei Dateipaare mit gleichen Namen vor und vergleicht deren Inhalt.

7. Reg.EXE: Kaum bekannter Registry-Alleskönner

Aufgedeckt: Eines der mächtigsten Tools zum Bearbeiten der Registry unter Windows 2000 und XP ist Reg.EXE. Das 50 KB kleine Programm bietet in vielerlei Hinsicht interessantere Fähigkeiten als der grafische Registry-Editor Regedit. Mit Reg.EXE lassen sich zum Beispiel einzelne Schlüsselstrukturen kopieren oder vergleichen. Zudem können Sie auch die Registry eines Rechners im Netzwerk damit anpassen, wenn Sie auf diesem über Administratorrechte verfügen.

Die nützlichsten Funktionen sind in der Tabelle auf dieser Seite beschrieben. Weitere Schalter zu jedem Hauptbefehl erhalten Sie, wenn Sie nach dem jeweiligen Kommando „/?“ eingeben.

Standardmäßig installiert wird das Tool bei Windows XP. Wer Windows 2000 einsetzt, kann es von der Setup-CD nachrüsten. Öffnen Sie dazu den Ordner \Support\ Tools, doppelklicken Sie auf das Archiv SUPPORT.CAB, und kopieren Sie die Datei Reg.EXE in den Ordner %windir%\ System32.

Das haben Sie davon: Sie wollen auf einem PC für mehrere Benutzer alle Registry-Einstellungen ändern – etwa für den Windows- Explorer. Dann laden Sie zunächst die versteckte Registry-Datei Ntuser.DAT des jeweiligen Benutzers. Die Datei finden Sie in dessen Profil-Verzeichnis, das meist unter „C:\Dokumente und Einstellungen\< Benutzer>“ zu finden ist. Geben Sie für jeden Benutzer einzeln diese Zeile ein:

reg load HKU\<Benutzer> "<Benutzerordner>\ntuser.dat"

Im zweiten Schritt vergleichen Sie alle Einträge eines gewünschten Schlüssels mit denen Ihres eigenen Profils, indem Sie ebenfalls für jeden Benutzer einzeln die Zeile

reg compare HKU\<Benutzer>\ <Schlüssel> HKCU\<Schlüssel> > c:\<Benutzer>.txt

eingeben. Die Unterschiede der beiden Registry-Schlüssel offenbart dann die Datei C:\<Benutzer>.TXT. Nun können Sie die einzelnen Dateien einsehen, mit Fc.EXE vergleichen (siehe Punkt 6) und gegebenenfalls einzelne Werte in der Registry anpassen, indem Sie die Werte neu setzen. Das geht mit dieser Zeile:

reg add <Schlüssel> /v <Eintrag> /t <Datentyp> /d <Wert>

Im letzten Schritt entfernen Sie die mit „reg load“ hinzugefügten Abschnitte wieder aus Ihrer Registrierung, indem Sie für jeden Benutzer einzeln

reg unload HKU\<Benutzer>

eingeben. Der letzte Schritt ist sehr wichtig. Denn wenn Sie ihn vergessen, können die anderen Benutzer sich nicht mehr anmelden, da der Zugriff auf die Registry für sie gesperrt ist.

8. Iexpress.EXE: Dateipacker de Luxe – in Windows enthalten

Aufgedeckt: Selbstentpackende Archive können Sie nicht nur mit spezialisierter Packer-Software anlegen. Windows 2000 und XP bringen für diesen Zweck das versteckte Tool Iexpress.EXE (Windows 98, ME, 2000, XP) mit.

Aber auch unter Windows 98 und ME braucht niemand darauf zu verzichten: Das Tool ist Bestandteil des IE Administration Kit und liegt als kostenloser Download [1] für diese Systeme bei Microsoft bereit (2,55 MB). Es arbeitet nicht an der Befehlszeile, sondern bietet eine komfortable grafische Oberfläche.

Das haben Sie davon: Das Tool erstellt wahlweise selbstextrahierende, selbstinstallierende oder einfache CAB-Archive. Alle Archivinformationen, die Sie beim Anlegen des Archivs angeben, werden in einer Textdatei mit der Endung SED (Self Extraction Directives) abgelegt. Falls Sie ein Archiv später modifizieren möchten, starten Sie den Assistenten einfach noch einmal, öffnen die gespeicherte SED-Datei und passen die Einstellungen an.

Beim ersten Aufruf erstellen Sie zunächst eine neue SED-Datei. Im nächsten Dialog haben Sie die Wahl, mit der ersten Option ein selbstentpackendes Archiv anzulegen, das beim Entpacken automatisch eine eingebundene EXE- oder INF-Datei aufruft. Alternativ erzeugen Sie mit der zweiten Option ein selbstentpackendes Archiv ohne eingebaute Installationsroutine oder mit dem letzten Punkt ein einfaches CAB-Archiv.

Im weiteren Verlauf bietet Ihnen der Assistent an, eine Installationsbestätigung, einen Lizenzvertrag und eine Abschlussnachricht zu definieren – diese Informationen enthält der Anwender, wenn er das Archiv entpackt. Abschließend brauchen Sie nur noch die gewünschten Dateien auszuwählen.

9. Sort.EXE: Listen in Ordnung bringen

Aufgedeckt: Windows (98, ME, 2000, XP) verfügt über eine eingebaute Funktion, mit der sich die Inhalte von Textdateien sortieren lassen. Eine alphabetische Reihenfolge erreichen Sie zum Beispiel, indem Sie die Zeile

sort <Pfad zur Textdatei> /o <Pfad zur Ausgabedatei>

eingeben. Eine umgekehrte Sortierreihenfolge erhalten Sie, wenn Sie nach /o zusätzlich den Schalter /r eintippen.

Aber auch eigenwillige Suchoptionen sind möglich. Beispiel: Sie wollen eine Liste mit nummerierten Einträgen alphabetisch sortieren. Der Text beginnt in jeder Zeile erst ab dem vierten Zeichen. Dann müssen Sie den Algorithmus entsprechend anweisen, den Vergleich erst ab diesem Zeichen zu beginnen. Das erreichen Sie mit dem Schalter /+4.

Das haben Sie davon: Sie haben eine umfangreiche Telefon- oder Mailingliste in Form einer Textdatei angelegt und möchten diese Liste nun möglichst so filtern, dass das Ergebnis immer in alphabetischer Reihenfolge angezeigt wird. Beispielsweise möchten Sie alle Einträge mit dem Namen „Meier“ erhalten. Dazu geben Sie in einem Kommandozeilenfenster

find "Meier" <Pfad zur Liste> |sort

ein. Der Find-Befehl sucht die relevanten Einträge aus der Liste heraus, und „sort“ sortiert die Ausgabe.

10. Shutdown.EXE: Neustart über das Netzwerk

Aufgedeckt: Die Programmdatei Shutdown.EXE gehört nur zum Installationsumfang von Windows XP. Damit lassen sich aber nicht nur XP-, sondern auch 2000-Rechner im Netz zuverlässig und flexibel herunterfahren.

Die wichtigsten Startparameter lauten: -l zum Abmelden, -s zum Herunterfahren und -r zum Neustarten. Außerdem können Sie über „-m \\<Computername>“ einen Rechner aus dem lokalen Netzwerk herunterfahren oder neu starten – vorausgesetzt, Sie verfügen auf dem Rechner über Administratorrechte.

Zusätzlich ist es möglich, mit „-c <Text>“ einen eigenen Kommentar anzugeben, der während der dreißig Sekunden Verzögerung vor dem Herunterfahren angezeigt wird. Die Dauer der Verzögerung lässt sich über den Schalter „-t <Zeit in Sekunden>“ verändern.

Das haben Sie davon: Mit Shutdown können Sie als Administrator in einem lokalen Netzwerk alle Rechner am Ende des Arbeitstags herunterfahren. Geben Sie einfach

shutdown -s -f -m \\<Computername>

ein, um den unter <Computername> eingetragenen Rechner herunterzufahren. Der Schalter -f erzwingt dabei das Schließen geöffneter Anwendungen. Nach -m steht der Name des Remote-Computers, den man übers Netzwerk herunterfahren will.

Bei mehreren fernzusteuernden Rechnern können Sie den Vorgang mit einer Batchdatei automatisieren, indem Sie dort die oben genannte Befehlszeile für jeden Computernamen eintragen.

11. Netsh.EXE: Das Netzwerk per Kommandozeile konfigurieren

Aufgedeckt: Die Netzwerkeinstellungen nehmen Sie unter Windows für gewöhnlich in den Eigenschaften der „Netzwerkumgebung“ vor. Das ist aber nicht der einzige Weg: Das Utility Netsh.EXE ( Windows 2000, XP) bietet kompletten Zugriff auf alle Netzwerkeinstellungen, sei es zu Diagnosezwecken oder zur Neukonfiguration der Netzwerkkarte.

Wer sich mit dem Befehl „netsh.exe help“ die Einstiegsseite zur Hilfe anzeigen lässt, wird zunächst über die Syntax stolpern, die keinem anderen Befehlszeilen-Tool von Windows gleicht. Die Netsh-Kommandos verästeln sich in Unterbefehle und bilden ein wahres Labyrinth, in dem sich einige komfortable Funktionen verbergen.

Das haben Sie davon: Ein kompliziertes Tool mit ungewohnter Syntax – warum sollten Sie stattdessen nicht die bequemen grafischen Menüs wählen? Weil Sie bestimmte Aufgaben nur mit Netsh.EXE komfortabel erledigen. Beispiel: Mit Ihrem Notebook hängen Sie zu Hause in einem anderen Netzwerk als im Büro. Mit Netsh schalten Sie die Netzwerkkonfiguration bei Bedarf um.

Melden Sie sich mit Administratorrechten an, und nehmen Sie über die Eigenschaften der „LAN-Verbindung“ alle Netzwerkeinstellungen für den Betrieb im heimischen Netz vor. Speichern Sie diese Konfiguration in eine Textdatei:

netsh.exe interface dump >%win dir%\heimnetz.txt

Gehen Sie dann wieder in die Netzwerkeinstellungen, und stellen Sie dort alles für den Betrieb des PCs im Büronetzwerk ein. Speichern Sie auch diese Konfiguration mit

netsh.exe interface dump >%win 2000, XP dir%\büronetz.txt

Ab sofort können Sie je nach benötigten Einstellungen die Konfiguration flott umschalten. Das Kommando

netsh.exe -f %win dir%\heimnetz.txt

aktiviert beispielsweise die Einstellungen für das Heimnetz.

Damit Sie sich nicht immer auf die Kommandozeile begeben müssen, richten Sie sich mit Hilfe von Links einen komfortablen Umschalter ein. Erstellen Sie auf dem Desktop eine Verknüpfung, und tragen Sie als Ziel das komplette Kommando „netsh.exe -f %windir%\heimnetz.txt“ ein. Geben Sie dem Link einen aussagekräftigen Namen, etwa „Heimnetz“. Erstellen Sie dann eine weitere Verknüpfung, der Sie als Ziel den Befehl „netsh.exe -f %windir%\büronetz.txt“ und den Namen „Büronetz“ geben.

Ein Doppelklick auf einen der Links aktiviert die jeweils angegebenen Netzwerkeinstellungen, ohne dass Sie die Konfiguration noch selbst bearbeiten müssen. Es dauert lediglich einige Sekunden, bis die Einstellungen aktiv sind.

Achtung: Wenn Sie unter Windows 2000 und XP nur in einer der beiden Netzwerkkonfigurationen ein „Standard-Gateway“ nutzen, müssen Sie die betreffende Konfigurationsdatei nachbearbeiten. Falls Sie beispielsweise im Heimnetz kein Gateway verwenden, öffnen Sie die Datei Heimnetz.TXT mit einem Text-Editor und tragen unterhalb von „# Schnittstellen-IP-Konfiguration für LANVerbindung“ diese neue Zeile ein:

set address name = "LAN Verbindung" gateway = none

Sie bewirkt,dass das Standard-Gateway beim Einlesen geleert wird.

Es gibt noch etwas zu beachten: Das Service Pack 1 (SP1) für Windows XP hat einen Bug im Datei-Export von Netsh.EXE behoben. Wenn Sie Windows XP ohne SP1 betreiben, müssen Sie die gesicherten Konfigurationsdateien für Ihre Netzwerke nachbearbeiten: Öffnen Sie die Dateien Büronetz.TXT und Heimnetz.TXT mit einem Text-Editor, und suchen Sie die Zeilen, die mit „set dns“ und „add dns“ beginnen. Löschen Sie am Ende der Zeilen jeweils den Eintrag „register=PRIMARY“. Denn „PRIMARY“ ist kein gültiger Scriptbefehl.

12. Cacls.EXE: Zugriffsrechte auf NTFS-Partitionen

Aufgedeckt: Wer unter Windows 2000 und XP das Dateisystem NTFS einsetzt, kann detaillierte Zugriffsrechte für Ordner und Dateien vergeben. Der übliche Weg führt über deren Kontextmenü. Bei Windows 2000 gehen Sie auf „Eigenschaften, Sicherheit“, um den Dialog für Vergabe von Rechten aufzurufen. Unter XP Pro öffnen Sie im Menü des Windows-Explorers „Extras, Ordneroptionen, Ansicht“ und schalten hier die Einstellung „Einfache Dateifreigabe verwenden“ ab. Wer XP Home einsetzt, kann auf den Menüpunkt „Sicherheit“ nur im abgesicherten Modus zugreifen.

Alle drei Windows-Versionen bieten noch einen anderen Weg. Mit dem Tool Cacls.EXE setzen Sie ebenfalls Zugriffsrechte und brauchen dazu auch bei XP Home nicht extra den abgesicherten Modus zu starten.

Das haben Sie davon: Mit diesem Kommandozeilen- Tool sind Sie schneller am Ziel als mit den verzweigten Windows-Menüs. Dabei muss es auch gar nicht kompliziert zugehen. Nehmen Sie beispielsweise diese einfache Rechtevergabe: Sie möchten allen anderen Benutzern des Systems die Schreib- und Leserechte auf einen Ordner oder eine Datei entziehen, so dass nur mehr Sie selbst darauf zugreifen dürfen.

Im Dialog „Sicherheit“ müssen Sie dazu erst alle anderen Benutzer und Gruppen aus der Liste entfernen und dem eigenen Benutzernamen den „Vollzugriff“ gewähren. Cacls erledigt die gleiche Aufgabe mit einem Befehl:

cacls <ordner> /g %username%:f

In einer Batchdatei sorgen Sie am besten gleich dafür, dass die Bestätigung der Rückfrage per Batch erfolgt.

@echo off

echo j|cacls %1 /g %username%:f

Diese Batch – nennen wir sie Exklusive_Rechte.BAT – übernimmt den angegebenen Datei- oder Ordnernamen im Übergabeparameter „%1“ und gewährt dem angemeldeten Benutzer als einzigem volle Zugriffsrechte. Sie brauchen die Befehle nicht mehr anzupassen, denn die Umgebungsvariable %username% enthält stets den Namen des aktuell angemeldeten Benutzers – also Ihren Namen. Speichern Sie die Datei unter %userprofile%\Sendto.

Ab jetzt erreichen Sie die bequeme Batchdatei über den Punkt „Senden an“ im Kontextmenü aller Dateien und Ordner. Wenn Sie eine Datei oder einen Ordner an Exklusive_ Rechte.BAT senden, haben Sie danach als einziger Benutzer Zugriff darauf. Umgekehrt können Sie auch eine Batchdatei anlegen, mit der Sie allen Benutzern den Zugriff auf einen Ordner gewähren. Sie benötigen dazu die folgenden Befehle:

@echo off

echo j|cacls %1 /g Jeder:f

Tragen Sie diese Zeilen in eine Batch ein, die Sie ebenfalls in den Sendto-Ordner legen.

13. Pathping.EXE: Den Weg der Netzwerkpakete genau verfolgen

Aufgedeckt: Falls die Netzwerkverbindung zu einem Server im Internet klemmt, können Sie mit dem Standardrepertoire von Windows die Ursachen eingrenzen. Die bekanntesten Befehlszeilen-Tools sind Ping und Tracert.

Der Befehl „Ping <IP-Nummer/ Hostname>“ prüft, ob ein Rechner grundsätzlich erreichbar ist und antwortet. Welchen Weg die Netzwerkpakete zum angegebenen Host nehmen, offenbart „Tracert <IP-Nummer/Hostname>“. Sie erhalten eine Liste der Server, die zwischen Ihnen und dem anvisierten Ziel liegen. Ein weniger bekanntes Kommando ist „Pathping <IP-Nummer/Hostname>“. Es überprüft nicht nur die Route der Pakete, sondern pingt jede Zwischenstation noch einmal extra an.

Das haben Sie davon: Pathping (Windows 2000, XP) arbeitet als Kombination aus Tracert und Ping, wobei es selbständig eine Statistik erstellt. Die ausgegebene Tabelle ist so zu lesen: Ähnlich wie Tracert listet das Tool von oben nach unten die Server bis zur Endstation auf. Die Spalte „Zeit“ gibt die Antwortzeit in Millisekunden an.

Unter „Quelle zum Abs.“ stehen die Anzahl und der prozentuale Anteil der verlorenen Pakete zwischen Ihnen und der jeweiligen Zwischenstation. Die Spalte „Knoten/Verbindung“ gibt an, ob Pakete auf dem Weg von einem Server zum anderen auf der Strecke geblieben sind. Diese Werte zeigen Ihnen an, wie gut die Zwischenstationen den Netzwerkverkehr weitergeben.

Interessant ist die Auswertung vor allem, wenn die Probleme offensichtlich bei einem Router in Ihrem eigenen Netzwerk auftreten. Denn auf fremde Server im Internet haben Sie natürlich keinen Einfluss. Falls Sie aber per Modem oder ISDN ins Internet gehen, könnten Sie sich bei einem anderen Provider einwählen, der eine andere Internet-Anbindung bietet.

Links aus diesem Artikel:
[1] http://www.microsoft.com/windows/ieak/downloads/ieak6/ieak6sp1.mspx